Zero Waste Ostern

Ostern ohne Verpackungsmüll

Zero Waste Ostern? Das Osterfest ist nicht nur ein hoher Feiertag im christlichen Abendland. Leber und Niere wissen ebenso um die Bedeutung der Auferstehung von Jesus Christus wie Mutter Natur. Schließlich gehören zu Osterlamm und Osterwasser auch jede Menge schön verpackter kleiner Geschenke und Süßigkeiten, die sich Groß und Klein beim Ostereiersuchen erst noch mühevoll verdienen müssen. Der Papierfritze hört den Planeten beim Gedanken an den ganzen Abfall innerlich aufstöhnen und gibt ein paar Tipps für ein Zero Waste Ostern.

Verpackungsmüll pro Kopf steigt

Ostern dürfte nach Weihnachten das kommerziell wertvollste Fest im Jahreskalender des Einzelhandels sein. Bedauerlicherweise geht Feste feiern einher mit Geschenke kaufen, in Geschenkpapier verpacken und Verpackungsmüll entsorgen. Laut Statistischem Bundesamt sind im Corona-Jahr 2020 bei privaten Haushalten 6,5 Millionen Tonnen Verkaufsverpackungen resp. pro Bundesbürger 78 kg Verpackungsmüll eingesammelt worden. Damit stieg der Verpackungsmüll bundesweit pro Kopf um sechs Kilogramm im Vergleich zum Vorjahr. Berlin setzt in dieser Statistik mit nur 52 kg Verpackungsmüll pro Kopf einmal mehr ein positives Ausrufezeichen. Von Zero Waste sind wir nicht nur an Ostern weit entfernt. 

Zero-Waste-Supermärkte

Um Verpackungsmüll zu reduzieren oder gar gänzlich zu vermeiden, empfiehlt der Papierfritze verschiedene Ansätze. In Zero-Waste-Supermärkten bekommt der Kunde nicht nur Bio-Lebensmittel aus der Region in wiederverwendbaren Umverpackungen. Oftmals gibt es gar keine Umverpackung; der Kunde bringt seine eigenen Behälter mit. Auf Plastikverpackungen wird in der Regel komplett verzichtet. Gute Beispiele wären FAIR unverpackt in der Düsseldorfer Str. 12, Original Unverpackt in der Wiener Str. 16, die Bio Company in der Prenzlauer Allee 180, Der Sache wegen oder der Veganladen Dr. Pogo am Karl-Marx-Platz 24 in Neukölln. Zero-Waste-Supermärkte fördern also Zero Waste – nicht nur an Ostern.

Zero kaufen – Selbermachen

Noch radikaler findet der Papierfritze das Vermeiden von Verpackungsabfällen durchs Selbermachen. Zu Ostern wird gern Süßes, gepaart mit einer kleinen Aufmerksamkeit, verschenkt. Sowohl das Osterlamm als auch der Osterhase müssen weder süß noch aus Schokolade sein. Selbstgebackenes kann vegan und zuckerfrei sein, muss aber nicht. Selbst die Osterdekoration ließe sich in DIY-Manier selbst basteln. So könnte das DIY-Osternest etwa mit Ostergras aus geschreddertem Altpapier oder in Streifen geschnittenen Papierresten, mit Moos oder jungen Zweigen ausgekleidet, dekoriert werden. Die Wertschätzung in Form eines selbstgemachten Geschenkes wäre nicht nur ungleich höher. Wir kämen auch mit deutlich weniger Verpackungsmüll aus. Eine in Lockdown-Zeiten etwas in Vergessenheit geratene Aufmerksamkeit könnte auch ein Gutschein für einen gemeinsamen Abend sein – auf dem Balkon, am Grill, im Kino. Selbermachen schont nicht nur das Portemonnaie, sondern hilft bei Zero Waste Ostern.

Zero Chemie – natürlich gefärbte Eier

Das österliche Fest soll auf die altgermanische Frühlingsgöttin Ostara zurückgehen, das am ersten Sonntag des Frühlingsvollmondes gefeiert wurde und deren heiliges Tier der Hase war. Im Spätmittelalter kamen Hase und Ei als Sinnbild für die Auferstehung von Jesus Christus hinzu. Ein Hase, der im Garten Eier versteckt, wird laut Wikipedia erstmals 1682 bei Georg Franck von Franckenau erwähnt. Doch warum müssen die Eier bemalt werden? Im Mittelalter sollen die Eier nur rot eingefärbt worden sein, um an das von Jesus am Kreuz vergossene Blut zu erinnern. Da Ostern auch das Ende der 40-tägigen Fastenzeit bedeutet, Eier in der Fastenzeit nicht verzehrt werden durften, gab es zu Ostern Eier im Überfluss. Um die „alten“, hartgekochten Eier von den frischen Eiern besser unterscheiden zu können, wurden jene angemalt.

Sei es drum, für Viele gehören buntbemalte Eier zu einem perfekten Osterfest wie das Brandenburger Tor zu Berlin. Bedauerlicherweise sind viele, im Supermarkt feilgebotene Ostereier nicht nur in Plastik verpackt, sondern auch mit nicht nachvollziehbarer Herkunft. Wer auf Nummer sicher gehen will, muss also selbst färben. Doch auch künstliche Lebensmittelfarben, etwa Azofarbstoffe wie Tartrazin (E 102), Chinolingelb (E 104) oder Gelborange S (E110) stehen im Verdacht, bei Kindern Pseudoallergien, Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörungen auslösen zu können. Natürliche Materialien zum Färben, wie Kurkuma, Rotkohl oder Zwiebelschalen, sind in der Regel unverpackt und kompostierbar.

Solltest du mit Zero Waste Ostern rein gar nichts anfangen können, wende dich einfach an den Papierfritzen. Uns liegt die Umwelt am Herzen, wir helfen dir weiter. 

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